Thüringentag 2019 in Sömmerda: Zeigen Sie uns Ihren Lieblingsplatz! – Gartenterrasse am Gondelteich in der Erfurter Straße (20)

Sabine Both ist eine vielbeschäftigte Frau. Umso wertvoller ist der Geschäftsfrau die kleine Auszeit, die sie sich, soweit es die Termine erlauben, um die Mittagszeit gönnt.

Die verbringt sie – schönes Wetter vorausgesetzt – gern an der Uferterrasse auf ihrem Grundstück in der Erfurter Straße. „Hier können wir neue Kraft tanken“, erzählt Sabine Both und schließt in ihren Worten Mitarbeiterin Antonia Germanus mit ein. Gemeinsam nutzen sie die Mittagspause für eine kurze Auszeit am Gondelteich.

Was das Grundstück für Sabine Both so besonders macht, ist der Blick auf den Gondelteich. Einfach herrlich“, schwärmt sie. „Und das zu jeder Jahreszeit.“ In den 25 Jahren ihrer Selbständigkeit als Immobilienmaklerin hat Sabine Both schon so manchem ihrer Kunden seinen Lieblingsplatz vermittelt. Mit dem Haus am See, wie sie das durch sie sanierte Objekt nennt, bzw. mit dem Grundstück in der Erfurter Straße, auf dem es steht, hat Sabine Both ihren ganz persönlichen Lieblingsplatz gefunden. „Hier kann man sich hervorragend erholen und einfach mal die Seele baumeln lassen. Oder aber, wenn es die Zeit erlaubt, mit Familie und Freunden die schönen Sonnentage genießen“, freut sich Sabine Both bereits auf die kommende warme Saison und die Zeit am Gondelteich.

Nach dem Kauf des Grundstückes mit Haus in der Erfurter Straße wurde es von Grund auf saniert. Die so entstandenen drei Wohnungen, die vermietet sind, haben alle einen schönen Blick auf den Gondelteich. Darauf hat Sabine Both Wert gelegt. Sie selbst nutzt den gestalteten Gartenbereich mit dem hübschen kleinen Gartenhäuschen und der Uferterrasse davor.

So mancher Sömmerdaer kennt das Grundstück in der Erfurter Straße noch aus der Zeit, als sich hier ein Biergarten mit Bootsanlegesteg befand, weiß Sabine Both. Der Bootsanlegesteg und die Möglichkeit, auf dem Gondelteich Boot zu fahren, wird zum Thüringentag durch die Stadt aufgegriffen. Sabine Both – von ihr kam die Idee – wird selbst eines der Boote zur Verfügung stellen.

Am Thüringentag-Wochenende wird sie Freunde einladen. Auch die Kinder und Enkelkinder aus Hamburg haben sich bereits für das letzte Juni-Wochenende angesagt. Sabine Both freut sich darauf. Wann habe man schon einmal die Gelegenheit, drei Tage hintereinander ein buntes Programm zu erleben und mit Familie und Freunden zu feiern, ohne dabei selbst Arbeit zu haben.

Thüringentag 2019 in Sömmerda: Zeigen Sie uns Ihren Lieblingsplatz! – Chill-Ecke der Gemeinschaftsschule „Albert Einstein“ (19)

Ob in den Pausen, vor oder nach dem Unterricht – auf den Gängen im Schulhaus der staatlichen Gemeinschaftsschule „Albert Einstein“ herrscht Hochbetrieb: Schüler und Lehrer wechseln Fachunterrichtsräume, sind auf dem Weg zum Speiseraum, manche haben im Sekretariat das ein oder andere zu erledigen – Schulalltag eben.

Lily Reichenbach, Lena Adam, Samantha Pokrifke, Chantal Eisengarten und Roberto Permarkaj steuern in den Pausen gern die Chill-Ecke in der ersten Etage an. Es ist der Lieblingsplatz der fünf Acht- und Neuntklässler. Und dass nicht nur sie allein sich gern hier aufhalten, zeigt die hohe Frequentierung der Chill-Ecke. „Hier kann man gut sitzen und quatschen“, ist für Roberto wichtig. „Und gut runterkommen, mal zwischendurch ein bisschen ausspannen“, fügt Lena an. Was dem Quintett ebenso gefällt ist die farbliche Gestaltung. „Es sieht einfach schön aus“, meinen die Schüler zu der aus Paletten und Polstern gestalteten Chill-Ecke.

Sie stand auf der Wunschliste der Schüler ganz oben und wurde über ein Projekt im Rahmen des Programms „Kulturagenten für kreative Schulen“ von Schülern unter Anleitung im vergangenen Schuljahr selbst gestaltet.

Kreatives Arbeiten kommt auch bei Lily, Lena, Samantha, Chantal und Roberto gut an. Erst jüngst haben sie sich mit anderen Schülern der Klassenstufen 6, 8 und 9 an einem gemeinsam von Kulturagentin Dorothee Bucher, dem Leipziger Künstler Viktor Sobek und Sabine Dietrich, kulturbeauftragte Lehrerin der Einstein-Schule, entwickelten Projekt beteiligt, das in Verbindung mit dem Thüringentag steht. Ihre Gedanken zu den Themen Einstein, Sömmerda und Thüringentag haben die Schüler in verschiedenen Motiven gebündelt, die wiederum Vorlage für Schablonen aus unterschiedlichem Material wie beispielsweise Karton oder Folie waren.

Vertraut gemacht haben sich die Schüler darüber hinaus mit der Technik des Sprühens, denn zum Thüringentag werden drei Schülergruppen der Einstein-Schule am Freitagvormittag mittels ihrer Schablonen sozusagen kleine Meilensteine auf verschiedenen Meilen als temporäre Kunst sprühen.

Und für einen Thüringentag-Nachhall sorgen zudem all‘ die Motive, die mittels eines sogenannten inversiblen Sprays, das erst bei Regen sichtbar wird, aufgebracht werden. Denn zum Thüringentag selbst, so wünschen es sich Veranstalter und Besucher, soll es bitte trocken bleiben.

Thüringentag 2019 in Sömmerda: Zeigen Sie uns Ihren Lieblingsplatz! – Atelier des Sömmerdaer Malkreises (18)

Auf der Staffelei steht das fertige Bild der Kronbiegelvilla. Gerade zeichnet Gerhard Polczyk den Schiefen Turm von Pisa. Motive findet der Hobbykünstler  in seiner Heimatstadt Sömmerda,   auf Reisen oder auf einer Postkarte.

Die Freunde vom Sömmerdaer Malkreis schätzen Polczyks ruhige Art und sein Können mit Feder und Bleistift. Er ist  der älteste Junggebliebene unter den 16  Malfreunden. Das Atelier im  Vereinsdomizil im Industriepark, Ehrhardtstraße 11, zählt zu den Lieblingsplätzen des 85-Jährigen. Er setzt sich wie zum Beweis mit Schwung in den Thüringentag-Liegestuhl.

Einen Alltag ohne Zeichnen kann sich der Ruheständler nicht vorstellen.

Gern denkt er an den Weimarer Maler Otto Pätz zurück, in dessen Mal- und Zeichenzirkel er sich unter Gleichgesinnten dem Malen und Zeichnen widmen konnte.  „Er war ein geduldiger und engagierter Lehrmeister, der es sehr gut verstand, uns Laien für Motive, Farben und künstlerisches Empfinden zu interessieren.“

Nach der Liquidation des Büromaschinenwerkes in den unfreiwilligen „Zwangsruhestand“ versetzt, griff der Sömmerdaer wieder vermehrt zu Stift, Skizzenbuch, Pinsel und Aquarellkasten sowie Fotoapparat und durchstreifte die Region.

Gut 15 Jahre später, im Jahr 2006, sah der Hobbykünstler mit seinem Anschluss an den Sömmerdaer Malkreis eine gute Möglichkeit, seine malerischen Fertigkeiten zu optimieren. „Zum Beispiel mit dem Künstler Harald Blankenburg aus Erfurt. Die öffentliche Wahrnehmung durch Ausstellungen beflügelte mich“, hat Polczyk festgestellt.

Seitdem möchte der 85-Jährige  die wöchentlichen Treffs mit den Gleichgesinnten und die traditionelle Kaffeerunde vorab  nicht mehr missen. Wenngleich er die meiste Zeit zu Hause oder unterwegs malt – im Schnitt zwei Stunden am Tag – ist das Atelier sein Lieblingsplatz. Im neuen Domizil umso mehr. „Hier haben wir ideale Bedingungen. Ist es nicht toll“, fragt Gerhard Polczyk in die Runde. Zustimmendes Nicken.

Gerade wird die Ausstellung „Ganz schön Sömmerda“ in Anlehnung an das Thüringentag-Motto vorbereitet. Während Istvan Orosz und Jürgen Wilke erste Bilder für den Transport verpacken, wählen Christina Gille und Regina Kugler noch weitere Motive aus. Ab dem 29. März sind die rund 40 Bilder im Sparkassentreff in der Sömmerdaer Bahnhofstraße zu sehen.

Zwölf der Motive sind bereits jetzt auf dem Jahreskalender zu sehen, den die Malkreis-Freunde gestaltet haben. Gerhard Polczyk ist darin mit dem Abbild des Rathauses und einer Pastellkreidezeichnung vertreten. Diese zeigt das ursprüngliche Wohngebäude von Franz von Dreyse, Erstgeborener Nicolaus von Dreyses, um das Jahr 1900.

Anlässlich des großen Festes in der Kreisstadt am letzten Juni-Wochenende werden die  Schaufens-
ter der Innenstadt-Geschäfte mit Arbeiten  der Hobbykünstler bestückt. So können Besucher entlang der Kunststraße bummeln. Polczyks Schiefer Turm von Pisa wird dann garantiert zu sehen sein.

Text und Foto: Ina Renke / Thüringer Allgemeine